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Kosmetik, was ist drin? Inhaltsstoffe und mögliche Gefahren.

In meinem nächsten Video werde ich euch meine aktuellen Beautylieblinge vorstellen. Wie aber sieht es mit den Inhaltsstoffen und deren möglichen Gefahren aus? Lest dazu hier mehr.

Seit Jahren geistern immer mal wieder neue Schreckensmeldungen über mögliche Gefahren von Inhaltsstoffen, welche in Kosmetika verwendet werden durch die Medien. Ich möchte hier einen Versuch unternehmen über die gängigsten Inhaltsstoffen, deren Wirkung sowie mögliche Gefahren aufzuklären. Was schmieren wir uns da eigentlich täglich ins Gesicht und auf den Körper?

Parabene

Diese Chemikalie wird in Kosmetika als Konservierungsstoff verwendet, hat aber ansonsten keinen „kosmetischen“ Mehrwert. Parabene stehen allerdings im Verdacht Krebs auszulösen und hormonell wirksam zu sein. Sie wirken im Körper ähnlich wie das weibliche Hormon Östrogen. Einer britischen Studie aus dem Jahr 2004 zu Folge, wurde der Stoff in Gewebeproben von Brustkrebspatientinnnen gefunden. Man schlussfolgerte hieraus, dass Parabene gewisse Tumore zum Wachsen bringen können. In diesem Kontext sollte allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass es unterschiedliche Arten von Parabenen gibt. Die Parabene, welche in Kosmetik eingesetzt werden, sind nur sehr schwach hormonell wirksam. Auch ist wohl noch nicht endgültig bewiesen, dass Parabene die Hautbarriere des Menschen durchdringen können. Im Fall der britischen Studie kann es genau so gut sein, dass der Stoff über die Nahrung aufgenommen wurde, denn auch hier werden Parabene als Konservierungsstoff eingesetzt. Im Jahr 2013 wurde die zulässig Höchstgrenze an Parabenen in Kosmetik neu bewertet. Innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Grenze gelten Parabene nunmehr als unbedenklich und sind der beste Stoff, um Kosmetik lange haltbar zu machen. Ein weiterer Vorteil von Parabenen ist außerdem, dass hier, anders als bei anderen Konservierungsstoffen, nur sehr selten allergische Reaktionen auftreten.

Wie erkennt man Parabene?

Sobald einer dieser Stoffe in euren Kosmetika genannt wird, sind Parabene enthalten:

  • Methylparaben
  • Ethylparaben
  • Butylparaben
  • Propylparaben
  • Isopropylparaben
  • Isobutylparaben
  • Pentylparaben
  • Benzylparaben
  • Phenylparaben
  • Metagin
  • Propagin
  • Oxybenzoesäure/Oxybezoat
  • Hydroxybezoesäure/Hydroxybenzoat
  • PHB
  • Parahydroxybenzoat

 

Für mich und für viele Verbraucher stellt sich allerdings die Frage, was passiert, wenn man viele Produkte verwendet, in welchen Parabene enthalten sind. Häufig macht ja erst die Dosis das Gift. Wer sich noch näher mit dem Thema beschäftigen will, dem empfehle ich diese Sendung, welche im SWR lief.

Ich persönlich vertrage auch Kosmetik mit anderen Konservierungsstoffen sehr gut, weswegen ich versuche auf Parabene zu verzichten. Auch wenn Studien vorliegen, welche belegen, dass der Stoff nicht gefährlich ist, bin ich häufig nicht sicher, wer hinter diesen Studien steckt. Es gibt mittlerweile so viele Alternativen, dass es kein Problem ist auf Parabene zu verzichten.

Mineralöle

Mineralöle werden als „Schmiermittel“ eingesetzt, damit sich die Haut feucht anfühlt. Sie werden aus Erdöl hergestellt. Laut dem Industrieverband Körperpflege – und Waschmittel e.V. gilt auch dieser Stoff als sicher. In diesem Fall ist sich die Forschung allerdings nicht so einig, wie im beispielsweise im Fall der Parabene. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt, dass momentan belastbare Daten über die Mineralölaufnahme über die Haut fehlen. Auch die Folge der oralen Aufnahme, z.B. durch Lippenstifte ist noch nicht geklärt. Stiftung Warentest rät von Lippenpflegeprodukten, in welchen Mineralöl enthalten ist, ab. Auch für Mineralöle gilt, dass es mittlerweile eine große Anzahl an Alternativmöglichkeiten gibt. Wenn sich selbst die „Experten“ uneinig sind verzichte ich persönlich lieber auf Produkte mit Mineralöl. Leider ist es jedoch versteckt, gerade in Lippenstiften, sehr häufig enthalten.

Wie erkennt man Mineralöl?

Sobald einer dieser Stoffe in euren Kosmetika genannt wird sind Mineralöle enthalten:

  • Cera Microcristallina (Microcristallina Wax)
  • Ceresin, Mineral Oil
  • Ozokerite
  • Paraffin
  • Paraffinum Liquidum
  • Petrolatum

Silikone

Silikone gehören zu den am häufigsten eingesetzten „Zutaten“ in Kosmetik. Auch Silikone geraten aber immer mehr in die Kritik. Silikone kommen in Shampoos, Cremes und dekorativer Kosmetik vor. So sind beispielsweise in 90 % der Haarspülungen Silikone enthalten, da sie die Haare zum Glänzen bringen. Silikon legt sich wie ein Schutzfilm um die Haare, die Hornschicht wird geglättet und reflektiert so das Licht. Auf der Haut bilden Silikone eine Art wasserabweisenden Mantel, der die Haut vor Feuchtigkeitsverlust schützen soll. Auch in Faltencremes sind häufig viele Silikone enthalten, da sie die Falten „auffüllen“. Dieser Effekt ist allerdings leider nicht von Dauer… Im Gegenteil, wenn zu viele Silikone in Cremes enthalten sind kann sich der Schweiß darunter anstauen, die Haut unter dem Film quillt auf und wird spröde. Außerdem tragen sie nicht zur Regeneration defekter Hautzellen bei, sondern verbessern das Hautbild nur oberflächlich. Auch in Shampoos und Spülungen sind Silikone nicht unumstritten. Sie können sich an den Haaren ansammeln und sie fettig wirken lassen. Außerdem können die Haare auf diese Weise schwerer pflegende Substanze oder Colorrationen aufnehmen. In vielen Shampoos und Spülungen werden deshalb mittlerweile hochwertigere, wasserlösliche Silikone verwendet. Bei Cremes sollte man darauf achten, dass nicht allzu viele Silikone enthalten sind. Je mehr, desto schwieriger kann die Haut „atmen“.

Ein Problem bei Silikonen in Kosmetik ist neben den möglichen Auswirkungen auf unseren Körper auch, dass die Silikone über das Abwasser in die Umwelt gelangen. Auf diese Weise gelangen die Silikone dann auch in unsere Flüsse, Seen und ins Grundwasser.

Wie erkennt man Silikone?

Sobald einer dieser Stoffe in euren Kosmetika genannt wird, sind Silikone enthalten:

  • Dimethicone
  • Cylomethicone
  • Cyclopentoxilase
  • Dimethiconol
  • Alkyl Dimethicone
  • Phenyl Methicone

Alles in allem sorgen Silikone also für mehr Schein als Sein 😉

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Zwei hilfreiche Apps Codecheck und ToxFox

Wer ganz sicher gehen will, dass keiner der genannten Bestandteile in seiner Kosmetik enthalten ist greift zu zertifizierter Naturkosmetik. Mittlerweile verzichten allerdings auch viele Hersteller konventioneller Kosmetik auf vermeintlich „schädliche“ Inhaltsstoffe. Um dies zu überprüfen gibt es zwei super hilfreich Apps. „Codecheck“ und „ToxFox“. Beide Apps sind kostenlos. Man kann mit Hilfe der Apps den Strichcode auf den jeweiligen Produkten scannen und bekommt in Sekundenschnelle eine Ergebnis über die Inhaltsstoffe und deren mögliche „Gefahren“. Ich finde das sehr praktisch. Falls ihr mich also mal im dm stehen seht, wie ich wie wild Verpackungen abscanne, wundert euch bitte nicht 🙂

Checkliste zum Thema Parabene, Mineralöle und Silikone

  • Die Gefahren von Parabenen, Mineralöl und Silikonen sind noch nicht endgültig geklärt
  • Wer sicher gehen will greift zu Naturkosmetik oder Produkten in welchen die Stoffe nicht enthalten sind
  • Silikone scheinen am harmlosesten zu sein. Hier kann es höchstens zu einem „Hitzestau“ kommen, oder die Haare wirken schnelle fettig
  • Mit Apps wie Codecheck oder ToxFox habt ihr schnell einen Überblick über die Inhaltsstoffe

 

Was denkt ihr über Inhaltsstoffe und Kosmetik? Achtet ihr darauf und habt ihr schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht?

  • Kommentare ( 14 )

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    MaryB

    Hm, ich weiß nicht, was ich von diesem Artikel halten soll. Manches stimmt (Silikone glätten nur oberflächlich), manches stimmt nicht (Mineralöle werden als Konservierungsstoff eingesetzt) und manches ist auch falsch (die Haut atmet).
    Mir gefällt, dass Du Dich mit Inhaltsstoffen auseinander setzt und Du hast sicher lange an diesem Artikel gesessen. Das ist lobenswert.

    • avatar
      Neele

      Hallo Mary, vielen Dank für die Rückmeldung, das ist wirklich hilfreich! Ich bin natürlich kein Chemiker und habe mein Wissen aus mehreren Artikeln zusammen gesammelt. Danke für den Hinweis, dass Mineralöl kein Konservierungsstoff ist, das hatte ich in mehreren Artikeln so gelesen. Dass die Haut „atmet“ sagt man umgangssprachlich. So war es hier auch gemeint 😉 Mein Ziel ist mit diesem Beitrag einfach über mögliche Gefahren aufzuklären. Ich schreibe ja deshalb auch an mehreren Stellen, dass das aber nur meine Meinung ist und natürlich keinen aktuellen Stand der Forschung o.ä. widerspiegelt. Ganz lieben Dank noch mal für dein Kommentar und LG Neele

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        Sophie

        Apps wie „codecheck“ sind meisten reine Panikmache. Wenn Produkte bzw. ihre Inhaltsstoffe wirklich gefährlich sind, werden sie in Deutschland verboten. Auf was man wirklich achten sollte sind Duftstoffe und ätherische Öle. Sie können Allergien auslösen und reizen die Haut. Ebenso Alkohol.
        Hauptprobleme wie Trockenheit oder zu fettige Haut sind meist Symptome einer zu reizenden Pflege.
        Ich empfehle dir den Blog von incipedia.

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          Neele

          Hallo Sophie, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, das stimmt mit den Ölen, den Duftstoffen und dem Alkohol. Ich versuche auch immer auf Produkte auszuweichen, in welchen wenig Alkohol ist. Die Reportage vom SWR ist sehr interessant. Ich möchte keine „Giftstoffe“ in meinem Körper haben, zumindest nicht solche, welche ich über Kosmetik aufnehme. Ich persönlich achte deshalb sehr darauf, aber das ist ja, wie gesagt, Geschmacksache und jedem selbst überlassen. Vielen Dank für den Blog Tipp!

          Liebe Grüße, Neele

          P.S: Haut atmet, bzw. nimmt sie zumindest Sauerstoff auf, ich habe die Info von einem promovierten Biologen. 😉

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    Manuela

    Liebe MaryB,

    leider muss ich deinem Post teilweise widersprechen. Es ist klar, dass der Mensch hauptsächlich Luft über die Lunge einatmet und diese über den Blutkreislauf verteilt wird. Trotzdem konnte bereits wissenschaftlich gezeigt werden, dass auch über die Haut eine gewisse Sauerstoffaufnahme auftritt: http://www.wissenschaft.de/leben-umwelt/medizin/-/journal_content/56/12054/1176645/Die-Haut-atmet-doch:-Oberste-Hautschicht-bezieht-Sauerstoff-direkt-aus-der-Luft/

    Außerdem kann man das „Atmen“ der Haut auch so interpretieren, dass es zum Erschweren der Wasserausdünstung über die Haut kommt.

    Liebe Grüße

    Manuela

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      Sophie

      Und Haut atmet definitiv nicht oder so wenig dass man desen keine Beachtung schenken muss.

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    Steffi

    Leider habe ich eine Kontaktallergie gegen alle „gängigen“ Duft- und Konservierungsstoffe, die in Kosmetika enthalten sind. Dementsprechend häufig habe ich schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht, wobei man als Allergiker sicherlich noch mal einen Spezialfall darstellt. Ich beschäftige mich gezwungenermaßen seit meinem 12. Lebensjahr damit. Der Tipp mit den Apps ist super, werde ich ausprobieren, sollte ich mich mal wieder an ein neues Produkt heranwagen. Was ich gut vertrage sind Produkte von Dr. Hauschka, Annemarie Börlind, Avene (teilweise), La Roche Posay (teilweise), Vichy (teilweise), Benecos (tolle Lippenstifte!) und DadoSens. Diese Produkte zählen sicherlich zu den „harmloseren“, die ich guten Gewissens empfehlen kann, wenn man empfindlich ist. Wie du bereits geschrieben hast, die Dosis macht bekanntlich das Gift; interessanterweise vertrage ich manche Stoffe in geringen Mengen ganz gut, obwohl sie in meinem Allergiepass aufgeführt sind. Grundsätzlich halte ich es aber schon für extrem wichtig einmal zu hinterfragen, was man seinem Körper „zuführt“ – egal, ob in Sachen Lebensmitteln oder in Sachen Kosmetik. Schön, dass du mit diesem Beitrag zum Nachdenken anregst!

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      Neele

      Liebe Steffi, ja, das stimmt. Allergiker sind natürlich besonders arm dran. Insbesondere stark parfümierte Produkte fallen da wahrscheinlich oft schon mal weg… Die Apps sind echt gut, musst du unbedingt mal ausprobieren. Witzig, auf wie vielen Produkten steht „für Allergiker geeignet“, welches es dann am Ende gar nicht sind. Naja, so komme ich wenigstens ab und zu in den Genuss einige Dinge aufzubrauchen, die du nicht verträgst 😉 Liebe Grüße Neele

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    Nasti

    Toller Post! Sehr informativ und man merkt, dass du dir sehr viel Mühe gegeben hast 🙂 Danke für die Infos.
    Liebe Grüße, Nasti
    THECLASSYDRESSY

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      Neele

      Vielen lieben Dank! Das freut mich sehr. Liebe Grüße zurück, Neele

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    Lena

    Also ich habe beide apps gerade heruntergeladen und werde sie beim nächsten Einkauf testen. Auch ich möchte nämlich so wenig Chemie wie möglich auf meine Haut auftragen, da sie ja nunmals unser größtes Organ ist. Diese Diskussion ob Haut atmet oder nicht finde ich lächerlich (habt ihr 007 goldfinger gesehen 😉 )… Denn wenn man atmen mal etwas weiter definiert, im Sinne von aufnehmen, dann atmet Haut definitiv. Man trägt ja auch schmerzsalben auf bei Verspannungen oder Prellungen (und sicher nich weil die so gut riechen). Soviel dazu… Danke für deine Mühe die Infos zusammenzustellen und besonders die verschiedenen Bezeichnungen!!

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      Neele

      Gerne! Ja, das mit dem atmen sehe ich auch so… Ich hatte das ja auch im übertragenen Sinne gemeint. Die Apps sind echt gut, ich benutzte sie bei fast jedem dm Besuch 🙂

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