Der Modeklassiker Streifen heute auf meinem Modeblog

Klassiker der Modegeschichte Teil II – Das Marineshirt

Heute geht es weiter, mit meiner bis dato etwas vernachlässigten Serie, zum Thema „Klassiker der Modegeschichte“. Den Anfang machte ja ein Beitrag zum weißen T-Shirt. Heute geht es mit einem weiteren All Time Favorite, dem Marineshirt weiter.

Das Marineshirt

Man kann es kaum glauben, aber auch ein perfektes Marineshirt ist gar nicht so einfach zu finden. Ich habe gefühlt 20 gestreifte Oberteile im Schrank, aber DAS eine Marineshirt habe ich leider noch nicht gefunden. Kürzlich habe ich einige Modelle ausrangiert. Gerade günstigere Teile werden auf die Dauer ja nicht gerade besser. Das in meinen Augen perfekte, gestreifte Top, hat lange oder 3/4 Ärmel. Außerdem sitzt es locker, aber nicht zu locker, ist aus einem weichen, aber nicht zu weichen Stoff und klassisch blau weiß gestreift. Des weiteren sollte es einen Rundhals- oder U-Boot Ausschnitt haben und nicht zu lang und nicht zu kurz sein. Ihr seht, ich bin noch meilenweit von meinem perfekten Oberteil entfernt. 😉

Dennoch gebe ich die Suche nicht auf, denn wenige Oberteile „schreien“ so laut French Chic, wie das Marineshirt. Aber wie kam es überhaupt dazu?

Die Geschichte hinter dem Marineshirt

Warum heißt das Marineshirt, Marineshirt, wer hat den Hype ausgelöst und warum tragen wir es bis heute so gerne?

Die Herkunft des Shirts und somit auch die Namensgebung, lassen sich leicht erahnen. Das Oberteil wurde tatsächlich von der französischen Marine entwickelt. Am 27. März 1858 wurde von der Marine angeordnet, wie das Oberteil der Besatzung ab sofort auszusehen hatte. Jedes Oberteil musste 21 weiße Streifen haben, welche jeweils doppelt so breit sein mussten, wie die selbe Anzahl marineblauer Streifen. An den Ärmeln waren es jeweils 14 Streifen.

Die 21 Streifen standen, wie man vermutet, für die 21 Siege Napoleons. Ein weiterer Grund für die „Bestreifung“ der Uniform war, dass man Männer, welche über Bord gegangen waren, somit besser finden würde. Ob das alles stimmt, ist nicht genau geklärt, interessant sind die Vermutungen aber allemal.

Was hingegen nachgewiesen ist, ist dass die Oberteile in Betrieben der Armee genäht wurden und schnell auch „Nicht-Soldaten“ ein solches Oberteil besitzen wollten. Scheinbar wurden auch damals schon Hypes aufgrund einer kleinen Anzahl von Personen ausgelöst. Beruhigend, dass das schon vor Instagram und Co. der Fall war. 😉

Ende des 19. Jahrhunderts begannen dann auch private Textilfirmen die Oberteile herzustellen. Marineshirts entwickelten sich schnell zum Kassenschlager.

Coco Chanel und der Aufstieg des Marineshirts

Und so kam es, dass Coco Chanel, welche zur selben Zeit einen Modesalon an der Atlantikküste betrieb, Gefallen an den Oberteilen der Soldaten fand. Das lag mit Sicherheit auch an den mitunter sehr muskulösen Trägern der Marineshirts. 😉 In ihrer 1917 gezeigten Show, präsentierte sie dann Marineshirts für die Dame, die sie mit einer weiten, dunklen Hose kombinierte. Diese Bekleidung war damals allerdings noch der Freizeit am Meer vorenthalten.

Coco, 1930 #ChanelHolidays

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Anders nach dem zweiten Weltkrieg, als das Geld vielerorts knapp war und sich insbesondere Jugendliche und junge Intellektuelle, an den Restbeständen der Armee bedienten. Ausgehend von Paris (woher auch sonst) wurde das Ringelshirt so zum gehypten Modetrend. Hollywood Stars wie Audrey Hepburn, Cary Grant sowie der Künstler Andy Warhol und später Jean Paul Gaultier, machten das Shirt zum festen Bestandteil ihres Looks und wurden aufgrund dessen weltweit kopiert.

Thank you Luca for this lovely rare photo. Such a gem. ❤️ #audreyhepburn

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Seinen individuellen Charakter hat das Ringelshirt natürlich längst abgelegt, aber ich finde es versprüht, richtig kombiniert, nach wie vor diesen unverwechselbaren französischen Chic.

Das Marineshirt kombinieren

Damit ihr einen French Look erzielt, würde ich den Klassiker auch klassisch kombinieren. Was immer geht sind natürlich Jeans und Jeansshorts. Super modern und sehr französisch wird der Look, wenn ihr ein Marineshirt zur Kickflare Jeans und Espadrilles kombiniert. Eine Korbtasche dazu und fertig ist der Parisienne Look. Da vermutlich nicht jeder so Frankreich verrückt ist wie ich, hier noch weitere Möglichkeiten:

Zu schwarzen Skinny Jeans und einem Blazer wird das Oberteil bürotauglich. Mit Jeansrock oder Shorts sowie Sandalen, ist es der perfekte Urlaubsbegleiter. Sehr maritim wirkt das Shirt, wenn ihr es zu einem All White Look kombiniert. Super cool, wenn ihr eine Lederleggings dazu tragt. Was die Schuhe angeht könnt ihr eigentlich fast alles dazu anziehen. Nur Stiefel passen meiner Meinung nach irgendwie nicht so gut dazu. Ich kann gar nicht sagen warum, aber die machen den Look irgendwie kaputt. Am schönsten finde ich Sandalen, Espadrilles, Chucks oder Ballerinas.

Wie gefällt euch der Modeklassiker und habt ihr euer perfektes Marineshirt schon gefunden?

Quelle: „Chic“ von Blansjaar & Müller
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