On my Mind Gedanken zum Thema Feedback auf meinem Modeblog

On my mind: Feedback ist ein Geschenk

„Sag mal hast du schon gehört, was xy wieder gemacht hat? Verstehe ich überhaupt nicht. Oder was meinst du?“ „Ja, ich finde das auch nicht so toll… müsste man echt mal sagen, oder? Aber kann man ja irgendwie auch nicht bringen…“. Ich möchte nicht wissen, wie viele Gespräche so oder so ähnlich ablaufen. Egal ob im Freundeskreis, in der Familie oder unter Kollegen. Aufgrund einiger Erlebnisse in den vergangenen Wochen und Monaten stellt sich mir gerade fast täglich die Frage: Warum zur Hölle sprechen wir nie miteinander sondern immer nur übereinander?!

Feedback ist ein Geschenk

Ich erlebe in letzter Zeit so viele Situationen, in denen Menschen miteinander über andere reden, dass ich ganz wahnsinnig werde. Am Ende bin ich es dann, die die die Dinge anspricht. Leider hat dieser Mut häufig zur Folge, dass auf einmal keiner mehr etwas gesagt hat und es so aussieht als wäre nur ich der Meinung, dass sich Person xy „falsch“ verhalten hat.

Dabei gibt es in den meisten Fällen gar kein richtig oder falsch. Das ist vielmehr unsere individuelle  Bewertung einer Situation, die sie für uns „falsch“ macht. Wenn ich das aber so sehe und andere Menschen auch, warum spricht man denn die Dinge dann nicht einfach offen an und sucht gemeinsam nach einer Lösung? Oder gibt dem Gegenüber die mehr als faire Chance seine Sicht der Dinge zu erklären.

Ein fiktives Beispiel: Eine Freundin kommt immer, wirklich immer zu spät. Alle regen sich darüber auf und sprechen untereinander über die Person. Kaum betritt sie den Raum sind alle ruhig und tun so, als ob nichts gewesen wäre.

  1. Wie soll die Person merken, dass sie in den Augen vieler anderer etwas falsch macht?
  2. Wie soll sie jemals etwas an ihrem Verhalten ändern, wenn sie gar nicht weiß, dass es jemanden stört
  3. Vieleicht gibt es einen Grund, den man aber nie erfahren wird, weil man nicht fragt

und 4. warum sagt der Person keiner, was ihn oder sie stört. So schwer ist es doch nicht. Im Gegenteil: Feedback ist ein Geschenk und zwar aus zwei entscheidenden Gründen:

Darum ist Feedback so wertvoll

Zum einen hat jemand den Mut etwas anzusprechen. Diesen Mut fasse ich aber nur, wenn mir die Person, der ich Feedback gebe, wichtig ist. Ansonsten ist mir das Gespräch und die etwaige Aufregung viel zu wenig wert. Wenn ich jemanden mag und gerne Zeit mit der Person verbringe, gehört es für mich dazu, ihr Dinge zu sagen. Und zwar Dinge positiver wie negativer Art. Das vergessen wir leider häufig. Auch positives Feedback wird viel zu selten gegeben. Dabei kann man gerade hiervon nie genug geben und auch nicht genug sehr dankbar annehmen.

Ist es nicht um ein vielfaches fairer dem Gegenüber ehrlich zu sagen, wie man selbst gerade fühlt? Jeder kann etwas anderes fühlen, wenn das Gegenüber, um beim Beispiel zu bleiben, ständig zu spät kommt. Jeder hat seine eigene Geschichte und trägt diese non stop mit sich herum. Genauso hat aber auch der andere eine Geschichte und das Recht informiert zu werden, wenn sein Tun bei seinen Mitmenschen negativ auffällt.

Feedback ist ein Geschenke Gedanken auf meinem Modeblog

Was ist schlimmer? Einmal Feedback zu erhalten, oder zu wissen, dass mehrere Menschen über mich lästern? Die Antwort ist eindeutig, oder?

Beim Thema Feedback sollte jedoch insbesondere eine Sache beachtet werden:

Es gibt Feedback und Feedback: Man kann Dinge, wie zu spät kommen wie ich finde sehr einfach ansprechen, denn es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man pünktlich ist, oder sich, wenn nicht, frühzeitig meldet.

Bei anderen Dingen, wie beispielsweise persönlichen Themen, rate ich davon ab mit ungefragtem Feedback allzu schnell vorzupreschen. In diesen Fällen versuche ich, wenn überhaupt, eher meine Sorgen über gewisse Dinge auszusprechen.

Wenn ihr eine Freundin habt die, eurer (!) Meinung nach in einer unglücklichen Beziehung ist, kann man auch diese Sorge offen kommunizieren. Tut dies jedoch besser als Ich – Botschaft, wie „Ich mache mir Sorgen, weil ich den Eindruck habe xx behandelt dich nicht gut genug“. Trifft diese Meldung nicht auf offene Ohren, würde ich mich in Zukunft zurückhalten.

Feedback und „zu allem seinen Senf dazu geben zu wollen“ sind nämlich sehr unterschiedliche Themen. Das sage ich auch und vor allem zu mir selbst. Ich neige selber dazu, immer meine Meinung kundzutun, auch wenn das gar nicht gewünscht ist. Man sollte sich also immer daran erinnern, um welche Art von Feedback es sich handelt.

Was allerdings wie eingangs bereits erwähnt gar nicht geht, sind Gruppenlästereien über Dritte ohne die Person so schnell wie möglich zu informieren. Das ist nämlich einfach nur unfair. Ich nehme mir jedenfalls fest vor, Dinge in Zukunft immer anzusprechen und meinem Gegenüber auf diese Weise die mehr als notwenige Möglichkeit zu geben, seine Sicht der Dinge zu erläutern. Und glaubt mir, so schwer ist das gar nicht.

Wie steht ihr zum Thema Feedback? Habt ihr selber schon Erfahrungen gesammelt?

 

Fotocredit: Im Header: Becca Tapert, Sharo Mc Gutchson Im Text: Leone Venter, alles von Unsplash
  • Kommentare ( 4 )

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    Julia

    Danke für diesen Post!!!

    • avatar
      Neele Hofmann

      Vielen Dank! Das freut mich sehr 🙂 Liebe Grüße Neele

  • avatar
    Miri

    Schöner und auch mutiger Beitrag!
    Genauso mutig, wie auch überhaupt Feedback zu geben! Da möchte ich auch noch dazu lernen… 😉

    • avatar
      Neele Hofmann

      Vielen Dank du Liebe! Deine Worte bedeuten mir sehr viel 🙂

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