Eine nachdenkliche Adventszeit 2015

Ihr Lieben, ich habe lange überlegt, ob ich mich diesem Thema hier widmen soll, halte die Weihnachtszeit dafür aber ganz geeignet. Seit einigen Wochen fühlen sich viele von uns anders als früher…

Hat Paris etwas verändert?

Das hat sicherlich mit den Anschlägen von Paris zu tun, bzw. waren für viele der Auslöser. Mir haben die Anschläge aber auch bewusst gemacht, wie wenig wir uns für den Rest der Welt interessieren. Solche Dramen spielen sich in anderen Teilen der Welt täglich wenn nicht sogar stündlich ab und wir schauen zu oder besser gesagt gar nicht erst hin. Ich möchte hier nicht politisch werden, dafür halte ich diesen Ort nicht für angemessen, sondern euch nur an meiner Gefühlslage teilhaben lassen. Ich fühle mich seitdem nicht mehr so sicher wie früher. Ich schäme mich mehr denn je für meine „Probleme“. Andererseits bin ich auch dankbarer denn je für mein Leben. Wie viel Glück haben wir eigentlich, dass wir ausgerechnet in diesem, friedlichen Land geboren wurden? Ich finde wir leben im Paradies. Es gibt alles zu jeder Zeit. Wir haben ein Dach über dem Kopf, es ist warm in unseren Wohnungen, wir haben genug zu essen, sind medizinisch top versorgt, wenn wir unseren Job verlieren, erhalten wir weiterhin Geld. Umso erschreckender ist es wahrscheinlich, wenn man direkt vor Augen geführt bekommt, wie schnell es dann doch vorbei sein kann. Oder wie verdammt vielen Menschen es so viel schlechter geht als uns.

Ich liebe die Weihnachtszeit. Schon immer. Ich freue mich das ganze Jahr auf diese Wochen. Doch dieses Jahr habe ich irgendwie ein komisches Gefühl im Bauch und diese besondere Stimmung will nicht so recht entstehen. Wenn man so sehr vor Augen geführt bekommt, wie viele Menschen leiden oder schreckliche Dinge auf sich nehmen, damit es ihnen etwas besser geht, kommt es einem doch irgendwie vermessen vor, sich zu überlegen was man wem schenkt. Oder es sich bei einem Adventstee gemütlich zu machen. Denn wir Alle haben Alles und noch mehr. Wir haben so viel, dass wir täglich Dinge wegschmeissen, dass wir uns nicht entscheiden können was wir anziehen, dass wir noch nicht mal mehr sagen können, was wir uns wünschen. Ich finde, das ist alles ein Wahnsinn. Aber ich mache mit, ich habe hier auch Weihnachtswunschlisten gepostet, ich gehe auch auf den Weihnachtsmarkt und gebe weiter sinnlos Geld aus. Weil es dazu gehört und weil ich nicht rauskomme aus diesem Hamsterrad. Und ja, weil es irgendwie auch doch noch Spaß macht und unsere Bedürfnisse zumindest einen Moment lang befriedigt werden.

Können wir etwas ändern?

Nur könnten wir nicht alle viel mehr tun? Klar, ich spende regelmäßig Geld an wohltätige Organisationen, ich gebe Sachspenden für Flüchtlinge ab. Doch meine Zeit, die spende ich liebe H&M und Zara, oder meiner heißgeliebten Couch… Obwohl ich weiß, dass das nicht richtig ist, unternehme ich nichts dagegen. Vielleicht ist es, wie bei vielen anderen Themen, schon mal ein richtiger, erster Schritt sich dieser Problematik überhaupt bewusst zu werden, um dann vielleicht doch irgendetwas dagegen zu unternehmen. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich weiß nur, dass seit ein paar Wochen irgendetwas nicht mehr so ist wie früher… Vielleicht ändert sich dieses Gefühl auch wieder, ich hoffe es. Hier habe ich bereits über das Thema Dankbarkeit geschrieben und ich muss sagen, in Anbetracht der Lage fast überall auf der Welt, bin ich dankbarer denn je.

Wie geht es euch? Kennt ihr solche Gefühle und plagt euch auch ab und zu das schlechte Gewissen?

  • Kommentare ( 5 )

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    Nina

    Dein Text berührt mich! Ich fühle sehr ähnlich und vieles wirkt so nichtig heutzutage, aber dennoch denke ich, dass es das Wichtigste ist positiv zu bleiben und zu schätzen was man hat! Jeder kann mit Spenden helfen, aber das grundlegende Problem können wir leider nicht ändern. Dennoch hilft es, auch für das eigene Befinden,etwas Gutes getan zu haben-gerade jetzt zur Weihnachtszeit! Ganz liebe Grüße, Nina

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      Neele

      Liebe Nina, vielen Dank. Es freut mich zu lesen, dass ich nicht alleine bin… Liebe Grüße aus Freiburg, Neele

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    Lena

    Mir geht es dieses Jahr ähnlich wie dir….wir haben deshalb familiär beschlossen uns dieses Jahr nichts zu schenken, sondern einfach uns zeit zu nehmen zeit miteinander zu verbringen und das Geld, dass wir für das 100. Buch/Parfüm/paar Socken/CD etc. ausgegeben hätten zu spenden. Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein, aber es gibt einem ein ein bisschen besseres Gefühl.
    Wir sollten aber auch nicht vergessen, dass wir alle hart an unserem Lebensstandard gearbeitet haben – ja, wir haben ein verdammtes Glück in diesem sicheren Land geboren zu sein und unser Leben hier zu verbringen, aber wir tun auch alle jeden Tag genug um uns ein bisschen unnötiges „Geld-ausgeben“ gönnen zu dürfen. Meinewr Meinung nach ist es wichtig, dass man sich bewusst ist, dass es nicht selbstverständlich ist, wie gut wir es haben! Das sollte man nie vergessen. Und gerade nach solch unnötigen Anschläge wie dem in Paris wird einem auch bewusst, wie schnell es vorbei sein kann mit dem unbedarften Leben – man sollte es also versuchen zu genießen so lange man noch kann….

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      Neele

      Liebe Lena, das stimmt, was du schreibst. Wir arbeiten dafür, um uns etwas leisten zu können, nur leider arbeiten viele Menschen auf der Welt sehr viel härter, mit nur mäßigem Erfolg… Aber wie gesagt, viel ändern können wir leider nicht. Ich finde es eine mega gute Idee, Geld zu spenden, anstatt sich unnötige Dinge zu schenken. Das werde ich bei uns auch vorschlagen 😉 In diesem Sinne, genießen wir am besten weiterhin jeden Augenblick so gut es geht.

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