Meine Gedanken zum Thema Blogger und Influencer auf meinem Fashionblog

Alles Gold was glänzt?

In diesem Jahr bin ich irgendwie mit einem etwas komischen Gefühl auf die Fashion Week gefahren. Schon im Vorfeld habe ich mir einige Gedanken zum Thema Blogger und Influencer gemacht und manchmal gehadert, ob ich weiterhin ein Teil dieser „Blase“ und Scheinwelt sein möchte.

Blogger, Influencer oder Beides?

Bei Instagram wachsen ja gerade viele Accounts gefühlt über Nacht ins Unermessliche. Allerdings stelle ich mir sehr häufig die Frage, wie das sein kann. Sehr viele der sog. Influencer, also Beeinflusser, posten, wenn sie überhaupt einen Blog haben Outfitbilder ohne Text. Ihr Hauptaugenmerk liegt allerdings auf Instagram, wo munter Bildchen gepostet werden, die sich, meiner Meinung nach, zum Großteil kaum von anderen Accounts unterscheiden.

Häufig entsteht hierbei, zumindest empfinde ich das so, ein Einheitsbrei, den die Leute anscheinend sehen möchten. Am Ende werden diese Mädels dann zu Shows und Events eingeladen. Hierfür ziehen sie sich dann teilweise dreimal täglich um und ein von sich geschossenes Outfifoto scheint wichtiger zu sein, als alles andere.

Vielleicht muss man hierbei jedoch Blogger und „Instagram Sternchen“, bzw. Influencer unterscheiden. Von letzteren wird erwartet, dass sie zig Bilder in den unterschiedlichsten und ausgeflipptesten Looks von sich posten und kein Mensch interessiert sich dabei für aktuelle Tendenzen oder Hintergrundberichte in bzw. aus der Modewelt. Die Zielgruppe ist vermutlich schlicht und ergreifend eine andere.

Gedanken zum Thema Blogger und Influencer auf meinem Lifestyleblog

Bloggerbiester?

Scheinbar bin ich nicht die Einzige, welche sich mit dieser Thematik beschäftigt, denn allein vergangene Woche, sind zig Beiträge zum Thema erschienen. Besonders gut und differenziert bringen es Jessie von Journelles und Melli von Rosegoldandmarble auf den Punkt. Jessie unterscheidet zwischen Bloggern, Youttubern, Influencern und Journalisten. Sie alle machen unterschiedliche Jobs und haben durchaus ihre eigene Daseinsberechtigung.

Melli verweist zurecht darauf, dass wir Blogger jetzt das Gleiche tun, was uns selbst vor einigen Jahren widerfahren ist: Wir hacken auf der „nächsten Generation“ bzw. etwas Neuem herum, genauso, wie manche Modejournalisten auf Bloggern rumgehackt haben. Sie bezeichnet diese Lästerer  als „Bloggerbiester“ und ehrlich gesagt, habe ich mich etwas ertappt gefühlt…

Ich selbst verfüge noch über zu wenig Erfahrung als Bloggerin, um feststellen zu können, wie es früher war. Nichtsdestotrotz finde ich die aktuelle Entwicklung irgendwie seltsam. Vermutlich muss man Influencer aber einfach mit Schauspielern, oder Sängern gleichsetzen, die ja auch bezahlt werden, wenn sie für ein Produkt werben, ohne mit der Sache etwas zu tun zu haben.

Gedanken zum Thema Blogger auf meinem Lifestyleblog

Wie wichtig ist „die Sache“?

Dennoch habe ich den Eindruck vielen (und hiermit meine ich auch manche „Blogger“) geht es eben gar nicht um eben jene Sache, sondern nur um sich selbst. Keine Ahnung, ob das ein neues Selbstverständnis oder vielleicht eine Frage des Alters ist. Verstehen kann ich es jedenfalls nicht. Meiner Meinung nach fährt man, zumindest als Modeblogger, doch primär zur Fashion Week, um sich zu informieren, inspirieren zu lassen, zu netzwerken und, im besten Fall auch, um interessante und passende Kooperationen zu erhalten.

Häufig habe ich die Frage gestellt bekommen, wie viele Kooperationen ich schon an Land gezogen hätte. Bitte versteht mich nicht falsch, wir alle müssen von irgendetwas leben. Mein Verständnis eines Modeblogs bzw. guter Arbeit für selbigen ist es jedoch, erst einmal in Vorleistung zu treten. Spannenden und informativen Content zu produzieren. Euch einen Mehrwert zu liefern und dann, wenn das erreicht ist, mich um passende Kooperationen zu kümmern.

Ob die Fashion Week dafür der richtige Ort ist, weiß ich nicht genau. Ich möchte hier primär die Informationen sammeln, welche ich dann in Beiträgen verarbeiten kann. Netzwerken gehört auch für mich dazu, ich verstehe es jedoch eher als Interesse an meinem Gegenüber und unterhalte mich nicht nur mit dem Ziel irgendeine Kooperation klar zu machen.

Bin ich zu blauäugig?

Vielleicht bin ich auch zu blauäugig und naiv, ich weiß es nicht. Jedenfalls war ich diesmal ein wenig irritiert, dass viele Firmen anscheinend wirklich nur darauf schauen, wer wieviele Follower hat und nicht wer was leistet, bzw. gut zum Label passen könnte.

Natürlich gibt es auch super, super viele Ausnahmen. Ich durfte wieder ganz viele tolle Mädels kennenlernen und wiedersehen, die mit sehr viel Herzblut und sehr kreativ an die Sachen heran gehen. Es ist echt schön zu sehen wie unterschiedlich sie alle sind (gerade bei dem oben beschriebenen Einheitsbrei) und ich freue mich schon auf den Sommer, wo wir hoffentlich noch mehr Zeit gemeinsam verbringen werden.

Der Riani Showroom im Soho House Berlin

Ein wenig irritiert und nachdenklich bleibe ich dennoch zurück. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht im Fashion Week Zirkus, wo wahrlich nicht alles gold ist, was glänzt.

Eine Sache nehme ich mir auf jeden Fall fest vor und fühle mich u.a. durch Beiträge wie diesen hier von amazedmag, bestärkt: Ich möchte öfter meine Meinung sagen und irgendwie versuchen mir selbst treu zu bleiben. Auch wenn andere vielleicht mit ihrem Stil oder ihrer Art mehr Erfolg haben, denn am Ende geht es beim bloggen doch vor allem um eines, nämlich Authentizität. Ich hoffe sehr, ihr seht das ähnlich und freue mich wahnsinnig über eure Gedanken zu diesem, doch sehr polarisierenden, Thema.

  • Kommentare ( 6 )

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    Tina

    Wirklich ein tolles Thema, das aktuell sehr viel aufgegriffen wird und ich habe mich gestern auch kurz dazu geäußert in meiner Weekly review 😉
    Ich sehe es ähnlich wie du, ich möchte nicht nur meckern und als „Bloggerbiest“ gelten, aber dennoch bitte ich dann die agenturen/ brands darum, dass sie zwischen den (Instagram-)Influencern und Bloggern auch unterscheiden und nciht alles in einen Topf werfen …
    Ich hatte auch sehr viel Spaß auf der Fashion Week, gerade weil ich mich glaube ich nicht zu Ernst nehme und versuche den Zirkus mit etwas Abstand zu betrachten 😉
    Hab noch einen tollen Tag –
    xxx
    Tina.
    http://styleappetite.com

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      Neele Hofmann

      Vielen Dank liebe Tina! Habe gerade bei dir gelesen, dass wir das Thema ja ähnlich sehen. Hoffentlich unterscheiden auch Firmen und Agenturen bald mehr zwischen den unterschiedlichen Akteuren. Momentan wird da meiner Meinung noch sehr viel vermischt… Du hast Recht, man sollte die Sache einfach mit Humor nehmen und nicht zu ernst nehmen. Werde ich im Sommer auch versuchen. Hoffentlich sehen wir uns dann mal, das wäre schön. Liebe Grüße Neele

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    Sarah

    Du triffst es auf den Punkt, liebe Neele. Mich beschäftigt (und frustriert) das Thema auch schon seit einer Weile und ich bin um ehrlich zu sein wirklich gespannt, wie sich das weiterentwickeln wird. Ich hoffe doch sehr, dass guter Content immer im Vordergrund stehen wird und die in der Modebranche oft vorherrschende Oberflächlichkeit die Bloggerwelt nicht gänzlich einnimmt.

    Liebe Grüße
    Sarah

    http://www.sariety.com

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      Neele Hofmann

      Ja, das Thema ist wirklich frustrierend. Da bleibt wahrscheinlich nur hoffen, dass es nicht noch „schlimmer“ wird. Aber wir machen einfach weiter wie bisher, oder? Und lassen uns die Freude nicht vermiesen 😉 Liebe Grüße zurück, Neele

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    Ruth

    Ein sehr wichtiges Thema. Hast du sehr schön auf den Punkt gebracht.
    Liebste Grüße
    Ruth
    http://cosmofashiontan.com

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      Neele Hofmann

      Danke du Liebe 🙂

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