Fair Fashion Faire Mode und Green fashion auf meinem Modeblog

Fair Fashion – Aller Anfang ist schwer

Ihr Lieben, ich habe mich, nach langem Überlegen entschieden hier eine neue Kategorie zu implementieren und regelmäßig über das Thema Fair Fashion, bzw. generell über ökologische Themen zu berichten. Ich habe lange überlegt, denn wie man unschwer erkennen kann, bin ich ja im allgemeinen niemand, der nur Fair Fashion trägt.

Ein Anfang

Dennoch beschäftige ich mich privat seit langem mit diesem Thema und habe auch schon mehrere Versuche unternommen faire Mode zu finden. Leider ist das immer noch ein eher schwieriges Unterfangen, aber ich möchte es dennoch versuchen.

Im Bereich der Lebensmittel haben sich mein Freund und ich schon vor ca. zwei Jahren dazu entschieden, nahezu ausschließlich Bio zu kaufen. Hier wird es einem, wie ich finde, mittlerweile sehr leicht gemacht. Die Bio-Milch steht neben der konventionellen Milch im Supermarkt-Regal. Der Konsument erhält ein nahezu identisches Produkt, nur zu einem anderen (höheren) Preis.

Etwas schwieriger wird im Beauty Bereich. Auch hier ist der Markt in den vergangenen Jahren unheimlich gewachsen und man erhält mittlerweile fast jedes Produkt, welches man sucht in Naturkosmetik-Qualität. Zwar gibt es meiner Meinung nach immer noch Produkte, die in Bio-Qualität leider nicht komplett überzeugen, beispielsweise Make Up, Sonnencreme oder Mascara, aber die Auswahl ist riesig und auch hier kaufe ich so gut es geht nach ökologische Maßstäben ein.

Faire und moderne Mode

Doch wie sieht es im Bereich der Mode aus? Ich finde hier besteht ein enormerer Nachholbedarf, ich kann aber auch die Gründe verstehen, warum wir hier noch ganz am Anfang stehen.

Nachhaltige Modelabels gibt es mittlerweile zwar sehr viele, die Mode, die hier angeboten wird, ist allerdings meistens, bitte entschuldigt, SEHR alternativ oder sehr Basic.

Basic ist jedoch gar nicht schlecht, denn hierüber bin ich mit Fair Fashion in Berührung gekommen. Meine ersten kompletten fairen Teile waren ein BH von Erlich Design und einmal ein weißes T-Shirt von armedangels.


Ich habe mir nämlich vorgenommen in Zukunft, wann immer ich etwas kaufe, erstmal zu recherchieren ob es das jeweilige Produkt auch in fairerer Qualität gibt. Bei einem weißen T-Shirt wird einem das natürlich leicht gemacht. Ich habe super viele tolle Modelle gefunden, und konnte mich gar nicht entscheiden. Auch im Unterwäsche-Bereich gibt es sehr schöne Labels die tolle Qualitäten liefern.

Was die Basics angeht, wird man also auf jeden Fall fündig.


Doch wie sieht es mit dem Rest aus? Ich war beispielsweise auf der Suche nach einer etwas helleren Jeans für den Frühling. Armed Angels hat eine sehr schöne Mom Jeans im Sortiment, leider ständig ausverkauft.

Am Ende landete ich dann wieder bei & Other Stories, da Mom Jeans im Fair Fashion Segment leider Mangelware sind.

Eine Möglichkeit wäre es, Second Hand zu kaufen, was ich wie ihr wisst, schon lange und häufig tue. Beim Jeans-Kauf ist das allerdings sehr schwierig, da man diese, wie ich finde, unbedingt anprobieren muss. Selbst bei ein und demselben Label habe ich oft unterschiedliche Größen, je nach Waschung und Modell. Über Kleiderkreisel und Co. wird das also leider etwas mühsam.

Fast Fashion vs. Fair Fashion

Der Knackpunkt ist meiner Meinung nach, dass wir durch den ganzen Fast Fashion Wahnsinn mittlerweile schon so daran gewöhnt sind, Mode in Windeseile in kürzester Zeit Online oder Offline zu finden, dass wir oft keine Lust mehr habe lange danach zu suchen.

Natürlich ist es viel einfacher kurz bei H&M reinzuspringen und ein weißes T-Shirt zu shoppen, als stundenlang Online danach zu suchen.

Möglich ist der andere, faire Weg aber dennoch.


Was hingegen nicht möglich ist, ist zu erwarten, dass Fair-Fashion-Nischen-Brands die gleiche Geschwindigkeit aufweisen können, wie unsere High Street Giganten. Hier werden komplette Designer Kollektionen teilweise schneller kopert, als sie bei der eigentlichen Marke im Store hängen. Fragt mich nicht wie Zara und Co. das schaffen, es ist allerdings so.

Mir als modeinternster Bloggerin, fällt es dann mitunter sehr schwer, an der Kopie eines Designer-Teils für 30 Euro vorbeizulaufen und stattdessen das vierfach so teure, eher langweile, Teil bei Hess Natur zu kaufen. Ich übertreibe, aber dennoch ist etwas Wahres daran.

Der Fashion-Mittelweg

Wie so oft im Leben, ist auch hier, ein gesundes Mittelmaß der Schlüssel zum Erfolg. Und das ist auch der Grund, weswegen ich mich nun doch entschieden habe, über Fair Fashion zu berichten.

Warum sollte man nicht so oft wie möglich zu fairer Mode greifen, wenn man etwas suuuuuper toll findet, aber dennoch bei Zara einkaufen? Ich glaube niemand kann komplett nachhaltig und ökologisch leben. Dann müsste man schon als Selbstversorger irgendwo im tiefsten Schwarzwald hocken. Ohne Internet, Handy, Kühlrschrank, Heizung etc.

Für mich ist wichtig, dass man irgendwo anfängt. So gut wie es für jeden Einzelnen möglich und realisierbar ist. Wenn jeder von uns im Kleinen anfängt, schaffen wir es vielleicht etwas Großes zu schaffen und die Unternehmen zum Umdenken zu bewegen. Hoffnung macht die Lebensmittelindustrie.

In meiner Kindheit wurden Leute, die in Bio-Läden aka Reformhäusern einkauften noch als „Müslis“ bezeichnet. Heute schämt man sich in gewissen Stadtteilen fast, wenn man mit einer Aldi Tüte gesehen wird und nicht mit einem Jutebeutel von Alnatura.

Auch ist selbstverständlich völlig übetrieben. Dennoch wäre meine Vision, dass bei H&M das Fair Trade Shirt neben dem herkömmlichen hängt, zum doppelten Preis, wie bei der Milch und der Konsument am Ende die Freiheit hat, selbst zu entscheiden.

In diesem Sinne, fangen wir an!

  • Kommentare ( 4 )

  • avatar
    Karo

    Hallo Neele,
    I have a blog called Inkpotstories which is all about Capsule Wardrobe and Slow Fashion. You can find many tips how shop consciously and a Fair Fashion Guide with many sustainable brands there!
    Enjoy and have a nice week
    Karo
    https://inkpotstories.com/

    • avatar
      Neele Hofmann

      Thank you so much! I will check your Blog and your Tips for Fair Fashion. 🙂 I wish you a nice and sunny week, Neele

  • avatar
    Sophie

    Hallo Neele,
    Man kann zB ganz einfach Ökostrom beziehen ohne auf den Kühlschrank etc. zu verzichten 😉
    Aber ich merke schon.. alles übertrieben..
    Man kann schon komplett Bio und fair Leben, auch wenn man pleite ist.
    Ich bek. für meine Ausbildung kein Geld. Ich zahle jd Monat 400€ für meine Ausbildung. Mein Freund und ich sind, was Lebensmittel angeht, Euch ähnlich. Wir haben uns schon gestritten, weil er bei Burger King etc. war.. wenn es dies undas mal nicht „in bio“ gibt, kaufe ich es eben nicht. Dann kann man zB die 1,50, die die Antibiotika-salami gekostet hätte, zurücklegen undas nächste Mal eine Natürliche kaufen. Ich kaufe mir sehr sehr selten neue Klamotten. Ich bek. vieles geschenkt, was Freunden/Familie nicht mehr passt, achte auf reduzierte Ware und Schnäppchen in Secondhand-läden (ca. 2x im Jahr). So richtig Marathon-shoppen (mit 10 neuen Teilen) war ich das letzte Mal vor über 5 Jahren. Und ich bin glücklich. Ich wäre unglücklich, mich in einem schicken Kleid zu sehen, an dem Blut klebt- weißt Du? Ich will nicht für deren Qualen verantwortlich sein und finde, jeder, der diese Produkte kauft, ist schuld an diesem Zustand. Was heißt finde..es IST ja so..
    Ich finde, das wichtigste ist, sich zu fragen, ob man das neue Kleidungsstück wirklich braucht, überhaupt anzieht..oder nicht schön 5 ähnliche davon zu Hause hat..
    Und vll sollte ich noch dazu sagen, dass ich keinesfalls aussehe wie ein Penner oder Kartoffelsack; ich bekomme viele Komplimente für meine Kleidung 🙂
    Also.. es geht 😉
    Grüne Grüße und noch offense; ansonsten steh ich voll hinter Dir, jeder sollte (wenigstens) klein anfangen..
    Sophie
    Ps: kennst Du denn nachhaltige Labels im Schwarzwald?

    • avatar
      Neele Hofmann

      Vielen Dank für deinen Kommentar liebe Sophie! Wir beziehen auch Ökostrom, aber irgendwo und irgendwie wurde ja auch der Kühlschrank produziert… das meinte ich. Ich bewundere dich dafür, dass du so wenig kaufst! Leider gelingt mir das, wahrscheinlich auch jobbedingt (noch) nicht, aber es ist schon viel weniger geworden. Nachhaltige Labels aus dem Schwarzwald kenne ich leider nicht. Du? Liebe Grüße Neele

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